Helmut Schmidt – Ein Nachruf

Die Kanzlerschaft Helmut Schmidts war mit acht Jahren bei Weitem nicht die längste, aber seine Überzeugungen waren wohl mit Abstand die weitsichtigsten. Vielleicht war er der wirklich letzte große deutsche Politiker, der das Volk als Volk betrachtete, sich als einer von ihm verstand und sich nicht wenigen einflussreichen Gruppen unterwarf.

Zweifelsfrei war Helmut Schmidt ein Diener des Volkes, der die Folgen des Ersten Weltkrieges und die der Weltwirtschaftskrise in seiner Kindheit und Jugend zu spüren bekommen hatte. Den Zweiten Weltkrieg verbrachte er unfreiwillig an der Front und behielt die Schrecken und Grausamkeiten immer im Gedächtnis. Er leugnete sie nicht, wie so viele seiner Generation, sondern verstand Kriege als Gefahr für die Menschheit und nicht als Wachstumschance für die heimische Wirtschaft.




Er vertrat seine Überzeugungen und schreckte auch nicht vor Kritik an seiner eigenen Partei zurück. Er war von keiner eitlen Besessenheit befallen, sich durch populistische Entscheidungen ein Denkmal zu errichten, sondern sorgte sich um den gemeinschaftlichen Fortbestand der Menschheit. Es waren die Erfahrungen, die aus ihm sprachen, und nicht das angelesene Leben.

Das Leben währt nicht ewig, aber die Erinnerungen an ihn bleiben. Die Erinnerungen an einen Jahrhundertpolitiker und vor allem an einen großen Menschen.




Daniel Verfasst von:

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